2. Retraumatisierung
Retraumatisierung bedeutet: Eine alte Verletzung wird nicht nur erinnert, sondern im Nervensystem wieder aktiviert, als wäre sie jetzt.
Das ist der Grund, warum narzisstische Beziehungen oft so tief „in die Seele“ gehen: Sie treffen nicht nur das Heute, sie treffen das Damals.
Was wird da reaktiviert?
Viele Betroffene bringen (oft unbewusst) ein altes inneres Programm mit, zum Beispiel:
- „Ich muss leisten, um geliebt zu werden.“
- „Wenn ich zu viel bin, werde ich verlassen.“
- „Meine Gefühle sind falsch.“
- „Nähe ist nicht sicher.“
- „Ich darf keinen Ärger machen.“
Diese Sätze sind nicht „Gedanken“.
Das sind Bindungserfahrungen, die im Körper gespeichert sind.
Ein narzisstisch geprägter Mensch wirkt am Anfang oft wie ein Gegenmittel:
- Er idealisiert dich.
- Er spiegelt dir Größe.
- Er gibt dir intensive Nähe.
- Er wirkt entschlossen, „du bist es“.
Und dann – später – beginnt er genau dort zu drücken, wo du am empfindlichsten bist:
am Bindungspunkt.
Warum fühlt es sich so bekannt an?
Die Antwort findest Du in den Lektionen.